Wolfgang Pfeiffer
Kriminalhauptkommissar

Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke
Direktion Kriminalität - KK 31
32425 Minden
Marienstraße 82




Sehr geehrter Herr Pape,

im Folgenden möchte ich Sie und den Ihnen angeschlossenen Hotel- und Gaststättenverband auf eine Betrugsmasche aufmerksam machen, die in den vergangenen Wochen leider vermehrt um sich greift. Diese Form des Betrugs ist kriminalpolizeilich bereits seit Längerem bekannt, bezog sich bis dahin jedoch in der Regel auf Fahrzeugkäufe oder den Erwerb anderer materieller Gegenstände.

Demnach wird ein beliebiger Verkäufer kontaktiert, der im Internet vornehmlich ein Fahrzeug zum Verkauf anbietet, ganz gleich ob Motorrad, Pkw, Lkw oder Boot.
Nunmehr eben buchen die Täter Hotelzimmer in großem Stil. In der Regel sind es mehrere Tage für eine Personengruppe
Nach kurzer Email-Korrespondenz, in dem der Kaufinteressent wahre Absichten vorgaukelt, wird ein Scheck übersandt, der überzeichnet ist. Der dem Kaufpreis überhöhte Betrag soll dann per Western Union wiederum ins Ausland transferiert werden.
Kurz darauf stellt sich dann heraus, dass der Scheck entweder nicht gedeckt ist, es sich um einen verfälschten Scheck oder gar eine Totalfälschung handelt.
Hierbei kommt es den Tätern nicht auf den Gegenstand oder die Buchung an, sondern auf den überwiesenen Mehrbetrag des Kaufpreises.
Der Zahlungsverkehr, bzw. die Anweisungen des Täters, den Mehrbetrag ins Ausland anzuweisen, erfolgt generell über Western Union.
Bei der Einzahlung, in Deutschland bei allen größeren Postfilialen, wird lediglich das auszahlende Land und der Name des Empfängers angegeben.
Anschließend erhält der Einzahler eine 10-stellige Transfernummer. Der Zahlungsempfänger erhält dann an irgend einem Western Union-Schalter im angegebenen Ausland unter Nachweis des Namens den angewiesenen Betrag, wobei kein amtlicher Ausweis vorgelegt werden muss.. Die 10-stellige Transfernummer dient dann lediglich als Abgleich.
Die kriminalpolizeilichen Aussichten zu Ergreifung der Täter sind sehr gering. Sämtliche Täterangaben sind falsch, Emailadressen werden nicht verifiziert
Ich schreibe Sie mit der Bitte an, diese Betrugsform Ihrem Verband als sogenannte Warnmeldung auf breiter Ebene bekannt zu machen.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Pfeiffer